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Ein dringendes Bedürfnis

Es ist das Zeitalter der Finanzkrisen. Überall geht das Geld aus. Die allmächtigen Ratingagenturen stufen ein Land nach dem anderen herab. Das große europäische Reich ist dem Untergang geweiht. Es hat selbst das Land getroffen, das schon Hochkultur hatte, als man hierzulande noch auf Bäumen saß. Es muss Geld in die Kassen und wir müssen sparen- an allen Ecken und Enden.

Frei nach dem Vorbild einer anderen antiken Hochkultur sollten wir jetzt bereit sein, an unsere Grenzen zu gehen und ein paar persönliche Opfer zu bringen. Pecunia non olet- wusste schon Vespasian. Und Ryanair macht’s nach: Latrinensteuer für alle!

Es geht aber auch noch konsequenter: Wir sparen uns die Aborte ganz. Denn sind wir mal ehrlich- wer braucht schon Toiletten in Flugzeug und Zug? Gibt ja schließlich auch Mülleimer. Eine echte Alternative zu den Pinkelbeuteln, wie ich finde

EHEC- oder “Die Angst vor dem Superseuchenamt”

Die deutsche Reaktion, mit einem “Problem-Bakterium” umzugehen: Wir gründen eine neue Behörde… Ich bin mir auch ziemlich sicher, EHEC wird sich angesichts dieser Drohung jetzt schnellstmöglich aus Deutschland zurückziehen.

Die Gefährlichkeit der deutschen Behörden ist auch weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt- manch einer soll schon in der Formularflut erstickt sein. Und sollte EHEC es wider erwarten schaffen, seine Kreuzchen alle an der richtigen Stelle zu setzen, scheitert er spätestens an den kompetenten Mitarbeitern, die einfach so lange diverse Dokumente und Unterlagen nachfordern, bis so ein armes Bakterium entweder völlig entnervt darauf verzichtet, sich langfristig in Deutschland niederzulassen und lieber seine Koffer packt und auswandert, oder- und das wäre der größte Triumph der Superbehörde- völlig erschöpft zugrunde geht und ausstirbt.

So gerne in Deutschland aber neue Behörden gegründet werden, so sorgfältig muss das aber auch geplant sein, deswegen wird es bestimmt noch einige Zeit dauern, bis uns diese unschlagbare Waffe im Kampf gegen Krankheiten zur Verfügung steht. Aber das ist auch nicht weiter schlimm- bis dahin haben wir dann noch Zeit, einige weitere Berufszweige in finanzielle Engpässe zu treiben. Das nächste Kreativmeeting der Laborratten steht schon an- dort werden dann in einer Art Brainstorming einige weitere Lebensmittelgruppen gesucht, auf welchen EHEC sich angesiedelt haben könnte. Am Schluss werden die Vorschläge bewertet und der mit den meisten Stimmen wird direkt an die Presse weitergegeben. Und wir anderen dürfen gespannt sein, wen es diesmal erwischt. Ich wäre ja für Tintenfisch- ist so glitschig und ich mag den eh nicht.

Was stört?

Ach, die liebe deutsche Bahn… immer wieder für eine kleine Überraschung gut. Da fahren Züge, deren Klimaanlagen nicht für den Sommer und deren Heizungen nicht für Winterwetter gemacht sind. Und dass der Passagier eigentlich das ist, was stört, wissen wir ja auch schon länger. Dass die Bahn aber gleich so konsequent ist, hätte ich nicht gedacht: (siehe hier) Macht ja auch viel mehr Sinn, leere Züge über die Brücke zu schicken, während die zahlende Kundschaft in Bussen durchs Tal fährt.

So schnell kanns gehen…

Wie es aussieht wird meine erste Idee aus meinem Blogeintrag von neulich (siehe Nicht mehr allein) schon verwirklicht (siehe hier)… wenn man jetzt noch Idee 2 umsetzt, bin ich echt glücklich.

A star is born?

War schon traurig unsere politische Lage so ganz ohne Hoffnungsträger in den letzten Tagen. Aber jetzt- wieder Licht am Ende des Tunnels. Philipp Rösler ist neuer FDP-Chef. Und er ist jung, freundlich, höflich, ehrlich, anständig, mit der Partei und dem deutschen Volk verbunden (nettes Interview hier)… Wir hatten das schon mal…. Und das beste: Herr Rösler hat keinen Doktortitel, ihm kann also eigentlich nichts passieren…

Apropos Doktortitel: Unser gefallener Engel hat jetzt wohl eindeutig vorsätzlich abgeschrieben (vgl hier). Es ist doch immer wieder schön zu beobachten: Beim Vorsatz von Herr zu Guttenberg bleibt die Uni hart. Da hat die Öffentlichkeit ein Interesse – wunderbar. Jeder, den das interessiert, war sich da vorher schon sicher und nimmt diese Bestätigung als “Randnotiz” zur Kenntnis und allen anderen isses erst recht wurscht. Wo die Uni aber nicht hart bleibt ist – wer hätte das gedacht – bei der Prüfung der Frage der eigenen Verantwortlichkeit. Es ist doch immer wieder schön, dass Professoren, die offensichtlich ihre Arbeit nicht gemacht haben, ganz gemütlich alle Schuld auf die Studenten abwälzen können und selbst immer mit weißer Weste aus allem hervorgehen. Dabei wäre das doch einmal ein wunderbarer Anlass, die Lehr- und Korrekturmethoden, ja die ganze universitäre Arbeitsweise einmal gründlich zu überdenken.

Aber kommen wir zurück zu Phil. Ich bin gespannt, wie lange er sich hält. Es ist ja inzwischen irgendwie üblich geworden, dass man zurücktritt, wenn’s mal was zu tun gibt und unangenehm wird. Aber, wer weiß? Vielleicht hat der neue FDP-Star mehr Sitzfleisch als seine Kollegen und bringt die Gelben wieder auf Kurs. Sinnvoll wäre, sich bei etwa 6% einzuspielen. Besonders hohe Quoten sind nämlich gefährlich. Wenn man der Partei einen kleinen Höhenflug beschert, dann hat die bei der Landung schon wieder vergessen, wem sie den Flug zu verdanken hat und dann ist der Pilot auch noch schuld, wenn man sich beim Aussteigen aus dem Flugzeug den Fuß verstaucht.

Die FDP und das politische Tanzparkett

Und schon wieder ein Rücktritt im deutschen Parteizirkus- nein, diesmal nennt man es ein wenig anders. Es ist ein “Rückzug” von der Parteispitze, ein “Verzicht” auf das Amt de Vizekanzlers und überhaupt, “sortiert sich Guido nur neu” (vgl hier)

Mir scheint, das wird ein neuer Sport, diese Sache mit dem Rücktritt. Es klingt ja auch schon so aktiv, nach energischer Bewegung, hervorragend geeignet zur Dehnung der Wadenmuskulatur. Wenn man es dann noch ein wenig verneudeutscht in “Backstep” klingt es sogar fast wie ein neuer Tanz. Sowas ähnliches wie Quickstep, während einer zurücktritt, tritt der andere nach vorne- die ganzen Zurücktretenden sollten nur aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig auf die Zehen treten. Der FDP wird es beim Tanzen auch sicher nicht langweilig. Schließlich können sie variieren. Neben Backstep tanzen die jetzt ja auch Bossa Nova auf allen Ebenen.

Nicht mehr allein

Gutti bekommt Gesellschaft. Jetzt hat wohl auch Stoibers Töchterchen ihre Dissertation nicht ganz so eigenständig abgefasst, wie man das tun sollte (siehe z.B. hier). Und wenn ich das richtig verstanden hab, sind jetzt die fleissigen Guttenplag-Autoren wiedermal aktiv und listen jetzt die plagiierten Stellen in Frau Saß’ Arbeit auf.

Das bringt mich jetzt spontan auf zwei Ideen:
1. Ich fände es eine ganz tolle Sache, wenn man die Dissertationen aller Politiker und ebenso die ihrer Kinder auf die gleiche Weise prüft (Gleiche Behandlung wurde doch schon bei Guttenberg gefordert, oder?). Ich freu mich auf die Rücktrittswelle.
2. Wir haben so viele Arbeitslose und Dauer”harzer”- die können bestimmt alle gut mit Google umgehen. Wäre doch ne tolle Arbeitsmaßnahme, wenn man die zur Prüfung der Dissertationen einsetzt. Und wenn die dann so viele wissenschaftliche Arbeiten lesen müssen, gibt’s Weiterbildung gratis dazu.

Causa Guttenberg

Viel ist passiert in den letzten Tagen in Sachen zu Guttenbergs Doktorarbeit. Dementsprechend ist die erste Frage, die sich mir stellt: „Wo anfangen?“ So vieles gibt es dazu anzumerken, dass die Versuchung groß ist, alles vielleicht nur anzudeuten und auch über wichtige Punkte nur hinweg zu wischen. Um das zu vermeiden, will ich die Punkte ansprechen, die meiner Meinung nach in dieser Debatte herausstechen und die ganzen kleinen Nebenschauplätze einfach weglassen.

Ein Wort ist immer wieder gefallen in den vergangenen Tagen. Das Wort heißt „Verantwortung“. Verantwortung für mein Tun übernehmen hieß für mich bisher immer, die „Suppe auszulöffeln, die ich mir selbst eingebrockt hatte“. Das beinhaltete, einen Fehler einzugestehen, sich zu entschuldigen, und den Schaden so weit als möglich wieder gut zu machen.

Seit einigen Monaten hat es sich aber eingebürgert, von „Verantwortung übernehmen“ zu sprechen, wenn jemand nach einem Fehltritt beliebiger Art sein Amt niederlegt und zurücktritt. Ich frage mich, wo in diesem Verhalten die Verantwortung übernommen wird. Mir erscheint das immer eher als ein „aus der Affäre ziehen“, Die einzige Konsequenz des Fehlverhaltens wird dadurch der Verlust des Amtes, keine Entschuldigung ist notwendig, die Kritik müssen andere ertragen, Schadensbegrenzung andere betreiben. Das ist keine Verantwortlichkeit das ist Feigheit.

Guttenberg dagegen hat Verantwortung übernommen. Er ist inzwischen von seinem Amt zurückgetreten. Aber er hat dies getan, nachdem er sich freiwillig – und das möchte ich betonen – den mitunter scharfen Fragen im Bundestag ausgesetzt hat, und dies, ohne sich selbst auf das Niveau seiner Angreifer herabzulassen. Er hat sich der Kritik gestellt, sein Handeln eingestanden und sich offen dafür entschuldigt. Erst nachdem dies erledigt war, nachdem der sprichwörtliche Teller Suppe leer war, ist er gegangen.

Allein das zeigt – allem Fehlverhalten zum Trotz – eine Größe, von der seine Widersacher nur träumen können.

Weiter stellt sich mir die Frage: Wo steht die Wissenschaft in diesem Szenario? Ist sie der große Leidtragende oder trägt sie am Ende die Hauptschuld an dieser Misere? Ich würde sagen, irgendwo dazwischen. Ja, ehrlich arbeitende Wissenschaftler fühlen sich zu recht verhöhnt. Aber ich glaube, die Quelle des Hohns machen sie an falscher Stelle aus.

Die Wissenschaft wurde ein Bauernopfer, ein Opfer von Intrigen spinnenden Politikern, die verzweifelt nach einem Grund gesucht haben, ihren gefährlichsten Gegner zu demontieren. Sie fanden seine Dissertation. Keiner derer, die die Aufdeckung dieser Arbeit erreicht haben, wollte auch nur für seine Sekunde die Wissenschaftlichkeit in Deutschland bewahren (ebensowenig wie die Institution Familie geschützt werden sollte, als Seehofers Geliebte den Weg in die Presse fand).

Und jetzt ist die Wissenschaft auch noch dabei, sich selbst in Frage zu stellen, indem sie versucht, mit aller Macht ihre Flagge hochzuhalten. Wo ist sie denn, die ach so wissenschaftlich korrekte Arbeitsweise? Wie kann es denn sein, dass ausgerechnet Guttenbergs Doktorvater sich mehr als überrascht zeigt angesichts der in der Arbeit auftretenden Fehler? Wieso ist er von diesem Ausmaß überrascht? Hat er die Arbeit gelesen, bevor er sie mit immerhin „summa cum laude“ bewertete? Hat er sie denn wenigstens überflogen? Bei wohl etwa 70% nicht korrekt zitiertem Inhalt reicht schon „Daumenkino“ um zu bemerken, dass da Fußnoten fehlen.

Kommen wir doch nun noch zu denen, die die Sache aus einem anderen Blickwinkel sehen. Ich störe mich nicht an der Meinung oder der Position der „Guttenberg-Gegner“. Genau so, wie ich mir meine eigene Meinung vorbehalte, gestehe ich diese auch jedem anderen zu, unabhängig davon, ob ich sie teile oder nicht. Woran ich mich störe ist die Art der Meinungsäußerung.

Und hier sind meiner Meinung nach Bevölkerung und Presse weit übers Ziel hinausgeschossen. Hier wurde gezielt Propaganda-Berichterstattung betrieben, eine Hetzjagd veranstaltet. Dies war weder notwendig, noch sachgerecht. Wohin sind die Journalisten verschwunden, die zuerst ordentlich recherchieren und dann schreiben? Wann wurden sie durch die ersetzt, die Mutmaßungen, Gerüchte und Fehlinformationen als Fakten verkaufen? Wann wurde ein Tatsachenbericht zur Vorverurteilung? Was hier passiert ist, ist eine gezielte Manipulation der Öffentlichkeit.

Ich möchte hier ein Beispiel anbringen, das auf besonders anschauliche Art und Weise deutlich macht, wie in der Presse die Tatsachen verdreht wurden:

An der Universität Bayreuth gibt es zwei Möglichkeiten, als Doktorand der Rechtswissenschaften zugelassen zu werden. Die eine ist ein Examen mit mindestens der Note „vollbefriedigend“. Die zweite Möglichkeit ist ein Examen mit der Note „befriedigend“ und dazu zwei Seminarscheine bewertet mit „gut“. Betonen möchte ich, dass es sich hier um zwei reguläre Alternativen handelt, nicht um Sondergenehmigungen o.ä.

Stellvertretend für andere Medien zitiere ich hier jetzt, was die AZ aus daraus gemacht hat: (vgl hier) Es „ wurde gestern bekannt, dass der Minister nur mit einer Ausnahmegenehmigung promovieren konnte, die ihm ein CSU-naher Bayreuther Professor erteilt haben soll.“ und „ wegen seiner durchschnittlichen Examensnote „befriedigend“ (brauchte er) eine Ausnahmegenehmigung (…), um überhaupt Doktorand werden zu können. Die Genehmigung habe ihm der damalige Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Professor Karl-Georg Loritz, erteilt, der bekennender CSU-Anhänger sei.“

Ich denke, das weiter zu kommentieren ist nicht mehr nötig, jeder der lesen kann, wird den „kleinen“ Unterschied bemerken.

Richtig traurig wird die ganze Sache aber eigentlich erst, wenn man das Niveau von Guttenbergs Ex-„Kollegen“ betrachtet, die es an niveaulosen Angriffen nicht haben mangeln lassen. Dass es auch anders geht, zeigt ein Interview mit Prof. Oliver Lepsius, dem ich an dieser Stelle meine Hochachtung aussprechen kann. Er ist fürwahr kein „Gutti-Fan“ sondern im Gegenteil entsetzt von dessen wissenschaftlichem Betrug. Dennoch hat er sich an keiner Stelle auf das Niveau diverser Politiker herabgelassen, die mit unpassenden Stammtischparolen eine Verbindung erzwingen wollten zwischen Wissenschaft und Amt und die mit teilweise unflätigen Entgleisungen grob beleidigend wurden. Statt dessen hat er auf sachliche und vor allem immer höflich bleibende Art seinen Ärger dargelegt und auch seine Zweifel an Guttenbergs Amtsfähigkeit gut überlegt und klar dargelegt (Wen’s im Wortlaut interessiert: Siehe hier).

Man mag sich fragen, warum ich noch immer nicht eingesehen habe, dass „der deutsche Obama“ sich so unglaubwürdig gemacht hat, so schändlich verhalten hat, dass man für ihn nur noch Verachtung übrig haben sollte. Nun, zum einen- mir ist bewusst, dass es keinen Menschen auf dieser Welt geben wird, der unfehlbar ist. Wenn wir uns da alle mal ganz ernsthaft an der eigenen Nase fassen, müsste nämlich jeder zugeben, dass er schon den einen oder anderen größeren Fehler in seinem Leben begangen hat, und vielleicht bei so Manchem nur das Glück hatte, dass es nie ans Licht kam. Und dann sollte man sich im Stillen die Frage stellen, ob man anhand dieses einen Fehlers in allen Lebensbereichen beurteilt werden möchte.

Und zum anderen- Karl-Theodor zu Guttenberg hat für mich nach wie vor nichts von dem eingebüßt, weshalb ich ihn als Politiker schätze, nämlich Höflichkeit, Sachlichkeit und ja, auch Anstand. Nicht einmal hat er politische Gegner auf persönlicher Ebene angegriffen, sondern immer nur auf sachlicher. Ein Verhalten das, im Lichte des Verhaltens eines großen Teils unserer Politiker in der aktuellen Debatte, einmal mehr deutlich als Ausnahme im deutschen Politikzirkus herausgestellt wurde.

Wer von euch ohne Sünde ist…

Ich werde es mir sparen, zu den Plagiatsvorwürfen gegen zu Guttenberg (siehe z.B. hier) eine “Meinung” abzugeben. Ich habe seine Dissertation nicht gelesen und ebensowenig die zitierten – oder viel mehr nicht zitierten – anderen Publikationen. Ich habe auch keine Ahnung, ob es ein gezieltes “abkupfern” war oder einfach Unachtsamkeit beim Setzen der Fußnoten.

Aber einige Kleinigkeiten möchte ich doch anmerken:

Wieso prüft irgendein Professor plötzlich “routinemäßig” zu Guttenbergs Dissertation, ausgerechnet in einer Zeit, in der mit aller Macht versucht wird, diesen offensichtlich recht beliebten Politiker im öffentlichen Ansehen herabzusetzen?

Und wieso fasst sich dieser Professor (und mit ihm am besten alle seine Kollegen) nicht mal an die eigene Nase? In meinen über fünf Jahren an der Uni habe ich leider nicht ein einziges Buch in die Hand bekommen, in dem keine Fehler zu finden waren. Das reicht von Rechtschreib- und Grammatikfehlern über innere Widersprüche bis zu – ach, welche Überraschung – falschen oder fehlenden Zitaten. Es ist halt bei den Juristen doch wie überall… Den Splitter im Auge des anderen sieht man. Den Balken im eigenen Auge sieht man nicht.

Zusammenhänge

Es gibt da so eine Sache, die hab ich nie richtig verstanden. Wenn in der Welt irgendetwas Tragisches passiert, ein Erdbeben, eine Flutwelle, ein Terroranschlag oder der Tod eines berühmten Sängers, dann gibt es immer Menschen, die bestimmte Lieder auf einmal nicht mehr im Radio hören wollen. Ich frage mich zwar, weshalb “Thriller” zeitweise pietätlos war und was “die perfekte Welle” mit Tsunamis zu tun hat. Aber mir scheint, manchmal muss man wohl doch die Radiosender vor sich selbst retten.

Ich bin nicht der Meinung, man sollte “TNT” von ACDC aus den Playlisten nehmen… aber, liebe Leute bei Bayern 3… muss man das spielen direkt nachdem man von einem Anschlag in Moskau berichtet hat, bei dem ebendieser Sprengstoff verwendet wurde? Das ist eigentlich nur noch durch eines zu steigern: “I shot the sheriff” nach nem Polizistenmord.